Die Lumix S9 im Testbericht
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Lumix S9 Erfahrungen: Die kleine Vollformatkamera nach mehreren Monaten im Alltag

Eine Vollformatkamera, die in die Jackentasche passt. Klingt nach Marketing. Nach mehreren Monaten mit der Lumix S9 als täglicher Begleiterin kann ich sagen: Es stimmt, mit Fußnoten. In diesem Beitrag teile ich meine Lumix S9 Erfahrungen aus Geburtstagen, Städtetrips und Streetfotografie. Wir schauen uns an, wo die Kamera glänzt, wo sie nervt und für wen der Einstieg ins Vollformat unter 1000 Euro damit wirklich Sinn macht.

Kurz zu meinem Setup, damit du meine Eindrücke einordnen kannst: Ich nutze die S9 fast ausschließlich mit dem Sigma 45mm f/2.8 DG DN Contemporary aus der I-Series und einem K&F 2-in-1-Filter (Black Mist 1/4 plus CPL). Ich fotografiere mit dieser Kamera nur JPEG. Die S9 ist mein Werkzeug für den Moment, nicht für das maximale Ergebnis. Warum das eine bewusste Entscheidung ist, erkläre ich weiter unten.

Lumix S9 Pro und Contra auf einen Blick

Du willst nicht lange lesen? Hier ist das Wesentliche:

Pros

  • Extrem leicht und kompakt für Vollformat. Das schwerste Teil ist gefühlt der Akku.
  • Gleicher 24-Megapixel-Sensor wie in der Lumix S5II. Farben und Bildqualität sind auf Augenhöhe mit der großen Schwester.
  • Real Time LUT mit eigener Taste. Für mich das Keyfeature der Kamera.
  • Autofokus mit Phasendetektion auf dem Niveau von S5II und S5IIX.
  • Sehr gute Stabilisierung. IBIS plus die gewohnte Lumix-Softwarestabilisierung ergeben ruhiges Video ohne Gimbal.
  • Starke Videofunktionen inklusive Open Gate und MP4 Lite für Urlaubsvlog und Social Media.
  • Lumix LAB App funktioniert richtig gut. LUTs aufspielen, Bilder ziehen, alles ohne Kabel.
  • Laden per USB-C mit Power Delivery. Solide Akkulaufzeit.
  • Gebraucht deutlich unter 1000 Euro. Vollformat war selten so günstig zugänglich.Mit dem Sigma 45mm f/2.8 eine winzige Kombination, die ich liebevoll die Leica Q3 für Budget-Bewusste nenne.

Cons

  • Kein Sucher. Für mich verschmerzbar, für viele ein Ausschlusskriterium.
  • Nur ein Coldshoe. Kein Blitz, kein Funkauslöser direkt auf der Kamera.
  • Das seitlich ausklappbare Display statt der Kipp-Schwenk-Mechanik der S1RII oder GH7. Beim Fotografieren aus der Hüfte kostet das Zeit.
  • Rein elektronischer Verschluss. Für mich kein Problem, bei Kunstlicht und schnellen Bewegungen aber ein Thema.
  • Der Fokuspunkt lässt sich nicht über das hintere Rad verschieben. Wer analog gelernt hat, vermisst das.
  • Die Einstellräder tragen flach auf, die Haptik bleibt einen Hauch hinter dem Möglichen.
  • Keine frei belegbaren Funktionstasten an der Front.
  • Das Menü ist Lumix-typisch riesig. Segen für Profis, Hürde für Einsteiger.
  • Die Verarbeitung fühlt sich stellenweise nicht hochwertig an. Für den Preis nachvollziehbar, trotzdem spürbar.
  • Micro-HDMI. Aus meiner Sicht kein echter Kritikpunkt, dazu später mehr.

Die harten Fakten der Lumix S9

Zahlen allein sagen wenig. Deshalb bekommt jeder Wert hier eine Übersetzung in den Alltag.

  • 24,2 Megapixel Vollformatsensor, identisch mit der S5II. Das bedeutet dieselben Farben, dasselbe Rauschverhalten und dieselbe Dynamik wie in einer Kamera, die doppelt so viel wiegt. Für Prints bis A2 und jede Social-Media-Nutzung mehr als genug.
  • Rund 486 Gramm mit Akku und Karte. Mit dem Sigma 45mm (215 Gramm) landest du bei etwa 700 Gramm. Das ist weniger als eine S5II ohne Objektiv. Du trägst sie einen ganzen Tag um den Hals und merkst sie nicht.
  • 126 x 74 x 47 Millimeter. Das ist Kompaktkamera-Format. Sie passt in eine Jackentasche, in einen kleinen Sling oder einfach in die Hand.
  • ISO 100 bis 51.200, erweiterbar. Bis ISO 6400 arbeite ich ohne Nachdenken. Darüber wird das Korn sichtbar, bleibt aber bei JPEG mit einer guten LUT charmant statt störend.
  • Rein elektronischer Verschluss bis 1/8000 Sekunde. Kein mechanisches Geräusch, kein Verschlussverschleiß. Dafür Rolling Shutter bei schnellen Schwenks und mögliches Banding unter flackerndem Kunstlicht.
  • 5-Achsen-IBIS mit bis zu 5 Blendenstufen, bis 6,5 mit Dual I.S. In der Praxis heißt das: 1/8 Sekunde aus der Hand bei 45 Millimetern ist kein Glücksspiel mehr.
  • 6K Open Gate 3:2 mit 30p, 4K bis 60p (mit Crop), MP4 Lite. Open Gate liest den ganzen Sensor aus. Du beschneidest später wahlweise auf 16:9 oder 9:16 aus demselben Clip. MP4 Lite ist ein abgespecktes Format für schnelles Teilen aufs Handy.
  • 7,6 Zentimeter Display, seitlich klappbar, 1,84 Millionen Bildpunkte. Hell genug für die Sonne, ich habe die Helligkeit nie hochgedreht.
  • Ein SD-Slot (UHS-II), USB-C 3.2, Micro-HDMI, Mikrofonbuchse. Kein Kopfhörerausgang. Für Fotos und gelegentliches Video vollkommen ausreichend.
  • Akku DMW-BLK22, rund 470 Aufnahmen nach CIPA. Derselbe Akku wie in der S5II oder der S1 II Serie. Wer beide Kameras besitzt, teilt sich den Akkuvorrat.
  • Kein Sucher, Coldshoe statt Hotshoe. Zwei Entscheidungen, die die Kamera klar positionieren. Dazu gleich mehr.
  • Preis: Neu liegt der Body aktuell bei knapp 1000 Euro (Stand September 2026). Ich habe meine gebraucht mit Zubehör für 850 Euro bekommen, das Sigma 45mm für rund 230 Euro über eine eBay-Auktion. Das komplette Setup lag damit unter 1100 Euro.

Verarbeitung und Handling im Alltag

Wie fühlt sich eine Vollformatkamera an, die weniger wiegt als manche Objektive? Zuerst einmal ungewohnt. Dann befreiend.

Die S9 ist leicht. Wirklich leicht. Das schwerste Bauteil ist gefühlt der Akku. Genau darin liegt ihr Charme: Ein Vollformatsensor in dieser Baugröße macht Lust, die Kamera immer dabei zu haben. Und die Kamera, die du dabei hast, macht die Bilder.

Ehrlich gesagt fühlt sie sich dabei nicht immer hochwertig an. Das Gehäuse wirkt an manchen Stellen eher nach Consumer-Elektronik als nach Werkzeug. Für den Preis erwarte ich das auch nicht anders. Trotzdem gehört es in einen ehrlichen Test.

Räder, Tasten und die Frage der Prägung

Die Einstellräder könnten in der Höhe etwas mehr auftragen. Sie funktionieren, aber die Finger finden sie nicht blind. Ein Millimeter mehr Kante hätte der Haptik gutgetan. Frei belegbare Funktionstasten an der Front fehlen komplett. Wer von einer S5II oder einer klassischen DSLR kommt, greift in den ersten Wochen ins Leere.

Hier zeigt sich etwas Grundsätzliches: Wie intuitiv die S9 ist, hängt davon ab, wie du Fotografie gelernt hast. Ich bin analog geprägt. Ich will den Fokuspunkt mit einem Rad oder Joystick verschieben. Die S9 will, dass ich das Display berühre. Für alle, die mit dem Smartphone fotografieren gelernt haben, ist genau das die natürliche Bewegung. Für mich bleibt es ein kleiner Bruch im Arbeitsfluss. Beides ist legitim. Du solltest nur wissen, zu welcher Gruppe du gehörst, bevor du kaufst.

Display ohne Sucher

Der fehlende Sucher stört mich weniger, als ich erwartet hatte. Ich fotografiere mit der S9 überwiegend aus der Hüfte. Genau da liegt aber mein eigentlicher Kritikpunkt: Das Display klappt seitlich aus und schwenkt, es kippt nicht nach oben. Seit ich die S1RII nutze, ist mir deren Kipp-Schwenk-Mechanik in Fleisch und Blut übergegangen. Display kurz nach oben kippen, aus der Hüfte komponieren, fertig. An der S9 klappe ich zur Seite und drehe. Das dauert länger und fällt mehr auf. Für Vlogger ist die seitliche Lösung ideal, weil das Display nach vorne zeigt. Ich vlogge nicht, deshalb kann ich dazu wenig sagen. Für Streetfotografie wäre mir die andere Mechanik lieber.

Das Display selbst ist gut. Ich war lange Nikon-verwöhnt, da war die Darstellung noch einen Tick besser. Im Vergleich zu vielen anderen Herstellern ist das Panel der S9 aber solide. Selbst in der Sonne reicht die Standardhelligkeit fast immer.

Griff, Gurt und Akkuklappe

Ich nutze das Zhiyun-Schlaufensystem: ein Gurt, an den sich optional eine Handschlaufe klicken lässt. Für die S9 würde mir die Handschlaufe allein fast immer genügen. So leicht ist die Kamera. Zusätzlich verwende ich einen Handgriff. Der bringt Halt für die Finger, bringt aber auch ein Problem mit: Die Akkuklappe hakt am Griff. Wer einen Griff plant, sollte vorher prüfen, ob der Akkuwechsel frei bleibt.

Die Folierung: Individualisierung für kleines Geld

Meine S9 ist schwarz. Das war beim Gebrauchtkauf keine Wahl, sondern Zufall. Also habe ich sie mit Folien von AliExpress individualisiert. Das kommt an. Ich werde regelmäßig darauf angesprochen, wie cool die Kamera aussieht und ob das nicht unendlich viel Arbeit war. War es nicht. Die Folien sind vorgeschnitten, das Aufbringen dauert einen Abend.

Panasonic bietet die S9 ab Werk in vielen Farben an. Ich finde das großartig für den persönlichen Geschmack. Zwei Haken gibt es trotzdem. Erstens: Zu einer silbernen S9 passen optisch praktisch nur die Sigma I-Series-Objektive, weil nur Sigma silberne Varianten anbietet. Zweitens: Für den Fotohandel ist die Farbvielfalt ein echter Nachteil, weil jede Variante am Lager liegen muss. Für dich als Käufer heißt das oft: Die Wunschfarbe ist nicht sofort verfügbar.

Praxis: Die S9 als Everyday-Kamera

Hier geht es um den Kern meiner Lumix S9 Erfahrungen. Die Kamera lebt bei mir nicht im Schrank. Sie kommt mit auf Geburtstage, in die Stadt und auf Reisen.

Real Time LUT: Warum ich nur noch JPEG fotografiere

Eine LUT (Look-Up Table) ist eine Farbtabelle. Sie legt fest, wie die Kamera Farben, Kontrast und Sättigung interpretiert. Bisher gehörten LUTs in die Postproduktion. Die S9 legt sie direkt aufs Bild, mit eigener Taste an der Kamera. Du drückst, wählst den Look, fotografierst. Fertig ist das Bild.

Für mich ist das mit der S9 zum wichtigsten Feature überhaupt geworden. Ich fotografiere mit dieser Kamera ausschließlich JPEG. Das ist keine Faulheit, sondern Absicht: Die S9 ist mein Werkzeug für Momente. Ein Geburtstag, ein Abend mit Freunden, ein Spaziergang. Ich will die Bilder am selben Abend teilen, nicht am Wochenende entwickeln. Die LUT gibt dem Bild seinen Charakter, der Black Mist im Filter nimmt den digitalen Biss aus den Lichtern, der CPL kontrolliert Reflexe. Das Ergebnis sieht aus der Kamera fertig aus.

Die Kamera speichert bis zu 39 LUTs. Ich lade sie über die Lumix LAB App auf. Panasonic hat diese App mit der S9 eingeführt, und sie ist seitdem meine zentrale Steuerung für alle Lumix-Kameras. LUTs übertragen, Bilder ziehen, Kamera fernsteuern. Alles läuft stabil.

Feature-Wunsch als ehemaliger Nikon user

Ein Wunsch bleibt: Wer RAW-only fotografiert, kann über die App kein verkleinertes JPEG herunterladen. Früher habe ich einem Model nach dem Shooting direkt ein paar Out-of-Cam-Bilder aufs Handy gegeben. Das geht mit RAW-only im LUMIX System nicht. Für mich wäre das ein Core Feature. Panasonic, bitte nachliefern! 😉

Sigma 45mm f/2.8 DG DN: Die Leica Q3 für Budget-Bewusste

Das Sigma 45mm f/2.8 DG DN Contemporary ist mein Standardglas an der S9. 215 Gramm, Metallgehäuse, Blendenring. Die Kombination ist so kompakt, dass ich sie liebevoll die Leica Q3 für Budget-Bewusste nenne. Der Vergleich ist ein Augenzwinkern, kein Messwert. Aber das Gefühl ist ähnlich: eine Kamera, ein Objektiv, keine Ausreden.

Blende f/2.8 klingt nach wenig. An 45 Millimetern Vollformat reicht sie, um eine Person bei einem Geburtstag vom Hintergrund zu lösen, ohne dass die zweite Person am Tisch komplett in der Unschärfe verschwindet. Der Übergang in die Unschärfe ist weich, fast filmisch. Die Nahgrenze von 24 Zentimetern erlaubt Detailaufnahmen vom Kuchen, vom Ring, von Händen. Die Schärfe genügt für alles, was ich mit der S9 mache. Der Preis ist fair, gebraucht sogar sehr fair.

Autofokus: Gut, aber nicht so beweglich

Der Autofokus arbeitet mit Phasendetektion wie in der S5II und S5IIX. Motiverkennung, Augen-AF, Tracking: alles auf dem Niveau der größeren Schwestern. Bei Kindergeburtstagen sitzt der Fokus zuverlässig auf dem Gesicht, auch bei Bewegung Richtung Kamera.

Mein Kritikpunkt liegt woanders: Der Fokuspunkt lässt sich nicht so flüssig verschieben wie an der S5II. Es fehlt der Joystick, und das hintere Rad übernimmt die Aufgabe nicht. Ich würde mir wünschen, dass ich den Fokusbereich per Rad wandern lassen kann. Für Smartphone-geprägte Fotografen ist die Touch-Bedienung dagegen völlig natürlich. Für mich bleibt es der Grund, warum die S9 bei bezahlten Jobs nicht die Hauptkamera wird.

Fotografieren mit elektronischem Verschluss

Die S9 hat keinen mechanischen Verschluss. Für mich ist das kein Problem. Sie ist lautlos, was bei einer Trauung oder in einem Museum ein echter Vorteil ist. Der Preis dafür: Bei sehr schnellen Bewegungen können sich gerade Linien verbiegen, und unter alten LED-Lampen oder Leuchtstoffröhren kann Banding auftreten. Bei meiner Nutzung (Menschen, Alltag, Straße) sehe ich das selten. Wer viel unter Kunstlicht in Hallen fotografiert, sollte es wissen.

Video: Stabil auch ohne Gimbal

Die S9 ist auch eine ernstzunehmende Videokamera. 6K Open Gate, 10 Bit, V-Log, und die Real Time LUT funktioniert im Video genauso wie im Foto. Der IBIS in Kombination mit der Lumix-Softwarestabilisierung liefert ruhige Aufnahmen im Gehen, ohne Gimbal. Das kennt man von Lumix, und es funktioniert hier genauso.

MP4 Lite ist das abgespeckte Format für den Urlaubsvlog. Kleinere Dateien, schneller aufs Handy, trotzdem 10 Bit. Für einen Städtetrip, bei dem am Abend ein Clip fertig sein soll, ist das genau richtig.

Micro-HDMI wird oft kritisiert. Ich sehe das anders. Der Body lässt von der Bauform her nichts anderes zu, und die Kamera ist auch nicht als Monitor-Kamera konzipiert. Panasonic denkt hier für eine andere Zielgruppe. Wer externes Monitoring braucht, greift zur S5IIX.

Als C-Cam im Set

Ein unterschätzter Einsatz: die S9 als dritte Kamera bei einem Dreh oder Shooting. Gleicher Sensor wie die S5II, gleiches Farbprofil, gleicher Akku. Du ergänzt eine Perspektive auf die Schnelle, ohne Qualitätsverlust im Schnitt. Für eine Kamera unter 1000 Euro ist das ein starkes Argument.

Bildqualität und Grenzen

Die Farben sind top. Kein Wunder, es ist der Sensor der S5II. Hauttöne kommen natürlich, die LUTs setzen darauf auf, ohne die Grundfarben zu verbiegen. Dynamik und Rauschverhalten entsprechen der S5II. Für JPEG-Fotografie ist der Spielraum mehr als ausreichend.

Wo bricht die S9 ein? Nicht am Sensor, sondern an der Bedienung. Der fehlende Sucher bei greller Sonne, der langsame Fokuspunkt-Wechsel, der Coldshoe. Alles keine Bildqualitätsprobleme. Aber alles Dinge, die dich in einer hektischen Situation Sekunden kosten. Bei einem Geburtstag ist das egal. Bei einer bezahlten Hochzeit nicht.

Der Coldshoe: Meine größte Kritik

Der Coldshoe ist der Punkt, der mich am meisten ärgert. Ein Coldshoe ist ein Zubehörschuh ohne elektrische Kontakte. Du kannst ein Mikrofon oder eine Leuchte draufsetzen, aber keinen Blitz auslösen.

Mit einem Hotshoe könnte ich einen kleinen Aufsteckblitz wie den Godox iT30 oder iM30 nutzen. Kleiner Blitz, direkt frontal, harte Schatten, helle Gesichter. Genau das ist der Paparazzi-Look, der auf Partys und in der Streetfotografie gerade so gut funktioniert. Die S9 wäre dafür die perfekte Kamera. Panasonic hat sich dagegen entschieden. Ich halte das für die falsche Entscheidung.

Kompakte L-Mount Objektive für die Lumix S9

Eine kleine Kamera braucht kleine Objektive. Hier hat sich das L-Mount-System in den letzten zwei Jahren stark entwickelt. Diese kompakten Autofokus-Objektive passen zur S9 (Stand September 2026):

Sigma I-Series (Contemporary, Metallgehäuse, Blendenring)

Sigma hat die I-Series 2025 überarbeitet. Die neuen Versionen gibt es wie gewohnt in Schwarz und Silber, was für die farbigen S9-Varianten wichtig ist.

Viltrox

  • AF 28mm f/4.5 Chip* (etwa 60 g, 13 mm dünn, rund 109 Euro). Ein echtes Pancake, mit dem die S9 zur Hosentaschen-Vollformatkamera wird.
  • AF 16mm f/1.8* für Weitwinkel.
  • Angekündigt für L-Mount: AF 14mm f/4, AF 20mm f/2.8, AF 40mm f/2.5 und AF 50mm f/2 aus der leichten AIR-Reihe.

7artisans

Panasonic selbst

Die Sigma I-Series ist für mich weiterhin die erste Wahl: klein, solide Blende, ausreichend scharf, fairer Preis. Die Viltrox- und 7artisans-Neuzugänge machen das System für Einsteiger noch günstiger. Was ich vermisse: Makroobjektive mit Autofokus. Ein kompaktes 50mm oder 70mm Makro würde der S9 ein weiteres Einsatzfeld eröffnen.

Akku und Laden

Der DMW-BLK22 hält für einen normalen Fototag mit einigen hundert Aufnahmen. Für einen kompletten Tag unterwegs empfehle ich trotzdem einen zweiten Akku. Bei Video werden es eher drei. Laden geht entspannt über USB-C mit Power Delivery, also auch an der Powerbank im Café oder im Zug. Wer bereits eine S5II besitzt, nutzt denselben Akku.

Vergleich und Einordnung

Ehrlichkeit vorweg: Getestet habe ich neben der S9 nur die S5II, die S5IIX und die S1RII aus eigenem Besitz. Alles andere ist Einordnung nach Datenlage.

Lumix S5II (gebraucht in ähnlicher Preisklasse). Gleicher Sensor, dafür Sucher, mechanischer Verschluss, Joystick, Hotshoe, zwei Kartenslots. Du zahlst mit rund 740 Gramm und deutlich mehr Volumen. Wer eine Kamera für bezahlte Jobs sucht, nimmt die S5II. Wer eine Kamera für den Alltag sucht, nimmt die S9. Ich kenne eine Fotografin, die mit der S9 angefangen hat und heute mit der S5IIX weiteres Potenzial ausschöpft. Genau so ist der Weg gedacht.

Sigma BF. Ebenfalls Vollformat im L-Mount, ebenfalls ohne Sucher, mit radikal reduziertem Menü. Deutlich teurer, ohne IBIS. Wer Minimalismus über alles stellt, schaut sie sich an. Wer Stabilisierung und Videofunktionen braucht, bleibt bei der S9.

Nikon Zf und Fujifilm X100VI. Die Zf zeigt, wie ein zweiter Kartenslot in Micro-SD-Form in ein kompaktes Gehäuse passt. Die X100VI zeigt, wie stark der Markt für kleine Kameras mit Charakter ist. Beide sind teurer als die S9, beide haben einen Sucher. Die S9 punktet mit Vollformat, wechselbaren Objektiven und dem Preis.

Für wen sich die Lumix S9 lohnt

Für dich, wenn du eine Kamera willst, die immer dabei ist. Streetfotografie, Familienfotos, Städtetrips, Momentaufnahmen bei Feiern. Für alle, die mit dem Smartphone gelernt haben und jetzt Vollformat-Bildqualität wollen, ohne einen Rucksack zu schleppen. Für Lumix-Besitzer als C-Cam oder Zweitkamera. Und für alle, die Spaß an Farbe haben und Bilder direkt aus der Kamera teilen wollen. Der Einstieg ins Vollformat unter 1000 Euro war selten so einfach.

Für wen nicht

Nicht für dich, wenn du den maximalen Anspruch an alles hast, was du mit der Kamera machst. Die S9 ist ein Werkzeug für den Moment, keines, um aus jeder Situation das Letzte herauszuholen. Du gehst Kompromisse ein, ganz klar. Wer viele Knöpfe, Räder und einen Sucher gewohnt ist, wird nicht glücklich. Wer mit Blitz arbeitet, scheitert am Coldshoe.

Ein persönliches Beispiel: Nächstes Jahr fotografiere ich in Japan eine Hochzeit mit. Mein Plan war, nur die S9 mitzunehmen und die schwere Ausrüstung zu Hause zu lassen. Ich habe den Plan verworfen. Der Fokuspunkt lässt sich mir zu langsam verschieben, und im Telebereich arbeite ich viel mit dem Sucher. Also kommen S5IIX und S1RII mit. Die S9 wird meine Partnerin in die Hand nehmen, als Second Shooter. Genau dafür ist sie perfekt. Und genau deshalb lohnt es sich, eine Kamera vor einem wichtigen Job lange zu besitzen. Erst dann weißt du, wo ihre Grenzen wirklich liegen.

Mein Wunschzettel für die Lumix S9 II

Panasonic, falls ihr mitlest:

  • Ein kleiner Sucher, wie ihn kompakte Retro-Kameras vormachen.
  • Die Kipp-Schwenk-Mechanik der S1RII.
  • Ein Hotshoe. Bitte.
  • Ein zweiter Kartenslot, gerne als Micro-SD wie bei der Nikon Zf.
  • Ein einsteigerfreundlicheres Menü. Die Sigma BF oder das Leica-Menü als Vorbild: minimalistisch, sauber, mit einem Schalter für einen Pro-Modus.
  • Eine Möglichkeit, aus RAW-only in der App ein kleines JPEG zu ziehen.
  • Etwas höhere Einstellräder.

Und noch etwas Persönliches: Die S9 macht mir Lust auf eine MFT-Kamera. Sie zeigt, wie viel Freude eine kleine Kamera bereitet. Noch kleiner, noch leichter, noch mehr Alltag. Mal sehen, wohin das führt.

Mein Zubehör

Fazit: Lumix S9 Erfahrungen nach mehreren Monaten

Die Lumix S9 ist keine Kamera für alles. Sie ist eine Kamera für den Moment. Der Sensor der S5II, die Real Time LUT und das minimale Gewicht machen sie zur besten Alltagskamera, die ich bisher hatte. Der Coldshoe, das seitliche Display und die Fokusbedienung machen sie zur falschen Kamera für bezahlte Jobs unter Druck.

Meine Empfehlung: Kaufe die S9, wenn du eine Kamera suchst, die du wirklich mitnimmst. Kombiniere sie mit dem Sigma 45mm f/2.8 DG DN. Lade dir drei LUTs, die du liebst. Und dann fotografiere. Einfach schön fotografieren, Spaß haben. Genau dafür ist sie gebaut. Für unter 1000 Euro ist das im Vollformat ein starkes Angebot.

Testbedingungen

Getestet wurde eine gebraucht gekaufte Lumix S9 (schwarz, nachträglich foliert) über mehrere Monate mit jeweils aktueller Firmware. Hauptobjektiv: Sigma 45mm f/2.8 DG DN Contemporary mit K&F 2-in-1-Filter (Black Mist 1/4 und CPL). Einsätze: Geburtstage, Familienfeiern, Streetfotografie, Städtetrips, gelegentlich als C-Cam. Aufnahmeformat: ausschließlich JPEG mit Real Time LUT. Kein Leihgerät, keine Kooperation mit Panasonic oder Sigma.

FAQ zur Lumix S9

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